Mit To No-one There untersuchen Esther Heltschl und Nick Guse die Auswirkungen, die die zunehmende Visualisierung der Welt auf unsere Wahrnehmung und unsere Beziehung zu der uns umgebenden Natur hat.
Algorithmen liefern anhand von Daten aus Messungen und historischen Aufzeichnungen ein Bild der fernen Vergangenheit und ebenso Prognosen für die Zukunft. Satelliten bilden die Grundlage für eine wissenschaftliche Kartierung der Erde, die es uns ermöglicht, per Mausklick sekundenschnell in Orte und Distanzen vorzudringen, die sich außerhalb unserer konkreten Erfahrungs- und Vorstellungswelt befinden. Es erscheint uns die natürlichste Methode, unsere Umwelt durch Technik zu erleben. Mit dem Versprechen, die Natur zu erleben, reisen wir mit Dokumentationen, Vlogs und Reels um die Erde. Ein Schein der totalen Verfügbarkeit umgibt uns mit den leeren Hüllen von Sozialem und Natürlichem. Mit dem Blick auf die Welt durch unsere Devices erscheint uns die Welt zunehmend als Oberfläche.
Am Bildschirm ansetzend erforscht die Ausstellung To No-one There, was dahinter ist. Sie verfolgt die räumlichen Verbindungen und geht in die Tiefe der imaginären Welt. Die Fläche wird erweitert, der Boden geöffnet und die Illusion zurück in den Raum gebracht.
Ausgangspunkt ist eine durch Technologie determinierte Welt, die nicht für den Menschen gemacht scheint. Die verflachten Abbilder werden durch räumliche und atmosphärische Ausdehnung in den Raum hinein und ins Objekt gedrückt; es kommt zu sanften Kurzschlüssen zwischen Rahmen und Erscheinung.
To No-one There versammelt Arbeiten, die von flächigen Ausgangsmaterialien ausgehen und diese in räumliche Zusammenhänge transformieren. Virtuelle Bilder, digitale Erdmodelle und räumliche Simulationen werden aus ihrer zweidimensionalen Erscheinung gelöst und in physische Erfahrungsräume überführt. Mit der Ausstellung fragen die beiden Künstler:innen Nick Guse und Esther Heltschl, wie sich eine Welt anfühlt, die primär als Bild erscheint – und wie dieses Bild wieder in Körper, Raum und Gegenwart zurückgeführt werden kann.
Ausstellungsdaten auf einen Blick:
To No-one There
Raum- und Soundinstallation von Nick Guse und Esther Heltschl
Vernissage: 14.03.2026, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 15.03. bis 28.03.2026
Öffnungszeiten: Do bis Sa 17 bis 20 Uhr
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