7 Ü,**** all incl.

08. February 2010 - 20. February 2010
15:00 -21:00 Uhr
Loge, Valentinskamp 34

Tom Korn zeigt neue Teppichbilder mediterraner Volieren.

Der Potsdamer Teppichkünstler Tom Korn sammelt auf Reisen Motive der Ferienarchitektur,
um sie in  Velourteppichcollagen zu übersetzen.
In Hamburg zeigt er zum ersten mal großformatige Ergebnisse.
Ausserdem werden in der Ausstellung fröhliche Discounter in lieblicher Landschaft
sowie lebensbejahende Beispiele osteuropäischer Nachkriegsmoderne zu sehen sein....
www.tomkorn.de

 

flauschiger Realismus

 

Malerei mit anderen Mitteln.

Ein moderner Pavillon aus Plastik in Warschau. Überladene Jahrmarktdekorationen. Der Penny-Markt in Telgte. In der Realität  trifft da das menschliche Auge auf harte Fläche – hier wird die Fassade zum streicheln schön. Sie besteht aus Teppich.

 

Als gelernter Bleisetzer studierte ich nur kurz an der HGB Leipzig Malerei und Grafik. „Ich war auf der Suche nach einem anderen Medium, die Welt mit dem Bleistift neu zu erfinden, das wollte ich nicht.“ Mein Material fand ich beim Räumungsverkauf einer Möbelkette in Flensburg. Teppichmusterkataloge. Seitdem setzte ich aus tausenden von bis zu 2 x 2 Millimeter kleinen Puzzleteilen meine Bildwelten zusammen, wandgerecht oder postkartengroß.

„Produktbedingt arbeite ich mit einer begrenzten Farbauswahl, mittlerweile kenne ich Vellourteppich vielleicht in 300 verschiedenen Farben.“ Vor allem zwischen grau und blau ist ein breites Farbspektrum im Angebot, den Farben von Sichtbeton und Ostseehimmel. Eine weitere Begrenzung ergibt sich durch die Größe meines mobilen Ateliers.

 

Das Unterwegssein ist sicherlich eine Basis meines Schaffens. Ob mit dem Wohnmobil an der baltischen See, oder im Arbeitseinsatz an der Müritz. Überall Landschaft. Vor allem Osteuropäische Bauten haben es mir in der letzten Zeit angetan. Reisen nach Talinn, Warschau, Prag oder Riga werden in cosy Intarsienarbeiten übersetzt. In meinem Atelier stapeln sich Bildbände aus sozialistischen Zeiten.

 

„Wenn ich mit den Fassaden der Einheitsdiscounter spiele oder wirtschaftsästhetische Innenstadtmöblierung verharmlose, so könnte ein wenig Heimatsehnsucht dabei sein.“ Egal wo sie sich aufhalten, die Standardisierung der Umgebung schreitet voran. Man bewegt sich, aber es sieht aus wie zuhause.

Flauschig!

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